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Melasma – wirksame Therapien

Melasma und Hyperpigmentierung – was wirklich hilft?

Melasma ist eine chronische, zu Rezidiven neigende Hyperpigmentierung der Haut, meist im Gesicht. Es handelt sich nicht nur um einen Überschuss an Melanin, sondern um eine komplexe Störung des Mikromilieus der Haut, die Entzündung, Gefäßveränderungen, Lichtalterung und Schäden der Dermis umfasst.

Die wichtigsten Ursachen von Pigmentflecken:

  • UV-Strahlung und sichtbares Licht (VL)
  • Hormone (Schwangerschaft, hormonelle Verhütung)
  • Entzündung und Mastzellen
  • genetische Faktoren
  • Lichtalterung der Haut
  • photosensibilisierende Medikamente und Kosmetika

Wirksame Melasma-Therapien

Die besten Ergebnisse erzielen Kombinationsbehandlungen:

✔ Lichtschutz (LSF) + Schutz vor sichtbarem Licht✔ topische Therapie (Hydrochinon, Tretinoin, Fluocinolon)✔ Tranexamsäure – Wirkung auf Melanogenese und Gefäße✔ Azelainsäure / Cysteamin – Erhaltungstherapie

Unterstützende Behandlungen:

  • Laser Nd:YAG 1064 nm, Pikosekundenlaser
  • IPL, fraktionierter CO₂-Laser
  • chemische Peelings (Glykolsäure)
  • Mikroneedling + Wirkstoffe

Achtung: Zu aggressive Behandlungen können Pigmentflecken verstärken (PIH).

Die wichtigste Erkenntnis

Melasma ist nicht nur ein Pigmentproblem.Es ist eine Hauterkrankung, die von Licht, Entzündung und Gefäßen abhängt.

Deshalb gilt:Lichtschutz + Kombinationstherapie = beste Ergebnisse und weniger Rezidive

 

Małgorzata Kowza-Dzwonkowska

Universitätsdozentin, Kosmetologin, Ernährungsberaterin, Therapeutin, biomedizinische Chemikerin

 

 

Schlüsselwörter:

Melasma, Hyperpigmentierung, Pigmentflecken, Melasma-Behandlung, Kombinationstherapie, Lichtschutz, LSF, sichtbares Licht, Hydrochinon, Tretinoin, Tranexamsäure, Azelainsäure, Laser gegen Pigmentflecken, chemisches Peeling, PIH, Lichtalterung, Hautpigmentierung, Alexandritlaser, Pikosekundenlaser, Q-switched Nd:YAG, Low-Fluence-Laser, fraktionierte CO₂-Laser

  • Autor: Malgorzata Kowza
  • hinzugefügt: 01-04-2026
Melasma – wirksame Therapien

Um Melasma wirksam zu behandeln, muss man ihre Ursachen und die Veränderungen im Gewebe kennen.

Melasma ist nicht nur eine Hyperpigmentierung durch einen Melaninüberschuss, sondern umfasst eine Störung des gesamten Hautmilieus.

 

Was genau ist Melasma?

Melasma ist eine erworbene, chronische und zu Rezidiven neigende Hyperpigmentierung, meist symmetrisch und im Gesicht lokalisiert.

Jahrelang galt die Überaktivität der Melanozyten als Hauptproblem. Heute wissen wir, dass es sich um einen deutlich komplexeren Prozess handelt.

In der von Melasma betroffenen Haut beobachtet man:

  • eine Schädigung der Basalmembran,
  • Veränderungen in der Dermis (sog. solare Elastose),
  • eine Aktivierung der Fibroblasten,
  • eine erhöhte Zahl von Mastzellen (also eine entzündliche Komponente),
  • eine vermehrte Gefäßbildung (Neovaskularisation),
  • sowie Veränderungen der extrazellulären Matrix.

Das heißt: Das Problem betrifft nicht nur die Melanozyten, sondern die gesamte Hautstruktur [1–5].

 

Was löst Melasma aus?

Entscheidend ist das Verständnis, dass Melasma durch das Zusammenwirken vieler Faktorenentsteht.

Zu den wichtigsten gehören:

  • Licht – nicht nur UV, sondern auch sichtbares Licht
  • Hormone – insbesondere Östrogene (Schwangerschaft, hormonelle Verhütung)
  • Entzündung – auch die „stille“, chronische
  • vaskuläre Faktoren
  • Lichtalterung der Haut
  • genetische Veranlagung

Darüber hinaus können

  • Kontaktdermatitis,
  • aggressive ästhetische Behandlungen,
  • photosensibilisierende Kosmetika und Medikamente

als auslösende oder verstärkende Faktoren wirken [1–3,5].

Das erklärt, warum Melasma zu Rezidiven neigt – sie hat viele Ursachen.

 

Die wichtigste therapeutische Schlussfolgerung

Wenn das Problem auf mehreren Ebenen liegt,muss man auf jeder Ebene und in jeder Schicht ansetzen, in der es auftritt.

Deshalb erzielen Kombinationsbehandlungendie besten Ergebnisse – und nicht eine Einzelbehandlung.

 

Wie wird man diese Hyperpigmentierung los? – der praktische Ansatz

Betrachten Sie die Melasma-Therapie als ein System aus vier Grundpfeilern.

 

  1. Lichtschutz – die absolute Grundlage

Ohne ihn sind Behandlungen sinnlos.

Das Wichtigste:

  • täglicher Schutz vor UV + sichtbarem Licht (VL) 
  • sanfte Pflege zu Hause

Fehlender Lichtschutz =✔ schlechtere Ergebnisse✔ schnelle Rezidive

Dies ist einer der am besten belegten Bestandteile der Therapie [3,5].

 

  1. Topische Präparate – Therapie der ersten Wahl

Am besten untersucht ist die sog. Dreifachtherapie:

  • Hydrochinon (HQ)
  • Tretinoin
  • Fluocinolonacetonid

Sie wirkt gleichzeitig auf mehreren Ebenen:

  • hemmt die Melanogenese
  • beschleunigt die Erneuerung der Epidermis
  • reduziert Entzündungen

Sie gilt als klassischer „Goldstandard“ der Initialtherapie [6,7].

  1. Erhaltungs- und ergänzende Therapie

Nach der intensiven Behandlungsphase folgt die Stabilisierung.

Die am häufigsten eingesetzten Optionen:

  • Hydrochinon oder Cysteamin
  • Tranexamsäure
    • wirkt auf den Signalweg Plasmin–Keratinozyt–Melanozyt
    • reduziert die Melanogenese und die vaskuläre Komponente [9,10]
  • Azelainsäure
    • gute Alternative bei HQ-Unverträglichkeit [8]

Diese Phase ist entscheidend, wenn wir Rezidive begrenzen wollen.

 

  1. Behandlungen – als Unterstützung, nicht als Grundlage

Technologien können sehr hilfreich sein, aber nur, wenn sie richtig ausgewählt werden.

Am häufigsten eingesetzt:

  • Q-switched Nd:YAG 1064 nm (Low Fluence)
  • Pikosekunden- und Alexandritlaser
  • fraktionierte CO₂-Laser
  • IPL
  • Mikroneedling, Mesotherapie + Wirkstoffe
  • Peelings (insbesondere Glykolsäure) [11–15]

Aber ACHTUNG – das ist sehr wichtig:

 Zu aggressive Behandlungen können Melasma verschlimmern

  • starke Peelings
  • hohe Laserenergie
  • übermäßige Reizung, Entzündung 

denn sie können führen zu:

  • postinflammatorischer Hyperpigmentierung
  • Rezidiven

Deshalb gilt bei Melasma immer der Grundsatz:wirksam, aber schonend behandeln [5,11,12].

Warum wirkt die Kombinationsbehandlung am besten?

Weil jede Methode auf einen anderen Aspekt der Erkrankung wirkt:

  • Lichtschutz → beseitigt den auslösenden Reiz
  • topische Behandlung → hemmt Melanozyten und Entzündung
  • systemische Therapie, Ernährung → beeinflusst biochemische und vaskuläre Signalwege
  • Behandlungen → unterstützen die Entfernung des Pigments

Erst ihre Kombination führt zu wirksamen und dauerhaften Ergebnissen.

Wissenschaftliche Studien zeigen eindeutig,dass Kombinationsbehandlungen wirksamer sind als eine Monotherapie [5–10].

Praktisches Fazit

Melasma ist kein Pigmentproblem.Es ist ein Problem des Hautmilieus.

Deshalb gilt:

  • „Aufhellen“ allein reicht nicht
  • man muss das Gleichgewicht der Haut wiederherstellen

Werden Sie Expertin bzw. Experte für Melasma-Therapie

In den SyneViaMed-Schulungen lernen Sie:

  • wie Sie Behandlungen und Wirkstoffe passend zum Typ der Pigmentflecken und zum Hauttyp auswählen
  • welche Wirkstoffkonzentrationen wirksam sind
  • welche Behandlungsprotokolle anzuwenden sind
  • wann Behandlungen sinnvoll sind und wann man sie vermeiden sollte
  • wie Sie die Therapie so führen, dass sie wirkt und keine Rezidive verursacht
  • welche zusätzlichen Behandlungen die Geweberegeneration unterstützen

Denn Wirksamkeit bei Melasma ist keine Frage einer einzigen Methode.Sie ist eine Frage der Strategie der Therapeutin bzw. des Therapeuten.

 

Wir laden Sie auch zu folgenden Schulungen ein:

Schulung – HIFU in der Kosmetologie (MHIFU, 12D HIFU)

Schulung – Fraktionierte Laser in der Kosmetologie

Schulung – Expertin/Experte für RF-Behandlungen 

Schulung – Synergistische Kombinationstherapien: Lifting ohne Skalpell

Schulung – Gewebe-Biostimulatoren + Mesotherapie und Mikroneedling

Schulung – Chemische Peelings und Kombinationstherapien

 

Małgorzata Kowza-Dzwonkowska

Universitätsdozentin, Kosmetologin, Ernährungsberaterin, Therapeutin, biomedizinische Chemikerin

 

Literatur

  1. Handel, A. C., Miot, L. D. B., Miot, H. A. (2014). Melasma: a clinical and epidemiological review. Anais Brasileiros de Dermatologia, 89(5), 771–782.
  2. Grimes, P. E. (1995). Melasma. Etiologic and therapeutic considerations. Archives of Dermatology, 131(12), 1453–1457.
  3. Ortonne, J. P., Arellano, I., Berneburg, M., et al. (2009). A global survey of the role of ultraviolet radiation and hormonal influences in the development of melasma. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 23(11), 1254–1262.
  4. Kim, E. H., Kim, Y. C., Lee, E. S., Kang, H. Y. (2007). The vascular characteristics of melasma. Journal of Dermatological Science, 46(2), 111–116.
  5. Passeron, T., Picardo, M. (2018). Melasma, a photoaging disorder. Pigment Cell & Melanoma Research, 31(4), 461–465.
  6. Taylor, S. C., Torok, H., Jones, T., et al. (2003). Efficacy and safety of a new triple-combination agent for the treatment of facial melasma. Cutis, 72(1), 67–72.
  7. Torok, H. M., Jones, T., Rich, P., Smith, S., Tschen, E. (2005). Hydroquinone 4%, tretinoin 0.05%, fluocinolone acetonide 0.01%: a safe and efficacious 12-month treatment for melasma. Cutis, 75(1), 57–62.
  8. Baliña, L. M., Graupe, K. (1991). The treatment of melasma. 20% azelaic acid versus 4% hydroquinone cream. International Journal of Dermatology, 30(12), 893–895.
  9. Wu, S., Shi, H., Wu, H., et al. (2012). Treatment of melasma with oral administration of tranexamic acid. Aesthetic Plastic Surgery, 36(4), 964–970.
  10. Del Rosario, E., Florez-Pollack, S., Zapata, L., et al. (2018). Randomized, placebo-controlled, double-blind study of oral tranexamic acid in the treatment of moderate-to-severe melasma. Journal of the American Academy of Dermatology, 78(2), 363–369.
  11. Sarkar, R., Kaur, C., Bhalla, M., Kanwar, A. J. (2002). The combination of glycolic acid peels with a topical regimen in the treatment of melasma in dark-skinned patients: a comparative study. Dermatologic Surgery, 28(9), 828–832.
  12. Na, J. I., Choi, S. Y., Yang, S. H., Choi, H. R., Kang, H. Y., Park, K. C. (2010). Effect of low-fluence Q-switched Nd:YAG laser on melasma. Dermatologic Surgery, 36(5), 607–616.
  13. Wattanakrai, P., Mornchan, R., Eimpunth, S. (2010). Low-fluence Q-switched neodymium-doped yttrium aluminum garnet (1,064 nm) laser for the treatment of facial melasma in Asians. Dermatologic Surgery, 36(1), 76–87.
  14. Sarkar R, et al. Chemical Peels for Melasma: A Systematic Review. Dermatol Ther (Heidelb). 2024. PMID: 38530985. 
  15. Sarkar R, Lakhani R. Chemical Peels for Melasma: A Systematic Review. Dermatol Surg. 2024
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