Um Melasma wirksam zu behandeln, muss man ihre Ursachen und die Veränderungen im Gewebe kennen.
Melasma ist nicht nur eine Hyperpigmentierung durch einen Melaninüberschuss, sondern umfasst eine Störung des gesamten Hautmilieus.
Was genau ist Melasma?
Melasma ist eine erworbene, chronische und zu Rezidiven neigende Hyperpigmentierung, meist symmetrisch und im Gesicht lokalisiert.
Jahrelang galt die Überaktivität der Melanozyten als Hauptproblem. Heute wissen wir, dass es sich um einen deutlich komplexeren Prozess handelt.
In der von Melasma betroffenen Haut beobachtet man:
- eine Schädigung der Basalmembran,
- Veränderungen in der Dermis (sog. solare Elastose),
- eine Aktivierung der Fibroblasten,
- eine erhöhte Zahl von Mastzellen (also eine entzündliche Komponente),
- eine vermehrte Gefäßbildung (Neovaskularisation),
- sowie Veränderungen der extrazellulären Matrix.
Das heißt: Das Problem betrifft nicht nur die Melanozyten, sondern die gesamte Hautstruktur [1–5].
Was löst Melasma aus?
Entscheidend ist das Verständnis, dass Melasma durch das Zusammenwirken vieler Faktorenentsteht.
Zu den wichtigsten gehören:
- Licht – nicht nur UV, sondern auch sichtbares Licht
- Hormone – insbesondere Östrogene (Schwangerschaft, hormonelle Verhütung)
- Entzündung – auch die „stille“, chronische
- vaskuläre Faktoren
- Lichtalterung der Haut
- genetische Veranlagung
Darüber hinaus können
- Kontaktdermatitis,
- aggressive ästhetische Behandlungen,
- photosensibilisierende Kosmetika und Medikamente
als auslösende oder verstärkende Faktoren wirken [1–3,5].
Das erklärt, warum Melasma zu Rezidiven neigt – sie hat viele Ursachen.
Die wichtigste therapeutische Schlussfolgerung
Wenn das Problem auf mehreren Ebenen liegt,muss man auf jeder Ebene und in jeder Schicht ansetzen, in der es auftritt.
Deshalb erzielen Kombinationsbehandlungendie besten Ergebnisse – und nicht eine Einzelbehandlung.
Wie wird man diese Hyperpigmentierung los? – der praktische Ansatz
Betrachten Sie die Melasma-Therapie als ein System aus vier Grundpfeilern.
- Lichtschutz – die absolute Grundlage
Ohne ihn sind Behandlungen sinnlos.
Das Wichtigste:
- täglicher Schutz vor UV + sichtbarem Licht (VL)
- sanfte Pflege zu Hause
Fehlender Lichtschutz =✔ schlechtere Ergebnisse✔ schnelle Rezidive
Dies ist einer der am besten belegten Bestandteile der Therapie [3,5].
- Topische Präparate – Therapie der ersten Wahl
Am besten untersucht ist die sog. Dreifachtherapie:
- Hydrochinon (HQ)
- Tretinoin
- Fluocinolonacetonid
Sie wirkt gleichzeitig auf mehreren Ebenen:
- hemmt die Melanogenese
- beschleunigt die Erneuerung der Epidermis
- reduziert Entzündungen
Sie gilt als klassischer „Goldstandard“ der Initialtherapie [6,7].
- Erhaltungs- und ergänzende Therapie
Nach der intensiven Behandlungsphase folgt die Stabilisierung.
Die am häufigsten eingesetzten Optionen:
- Hydrochinon oder Cysteamin
- Tranexamsäure
- wirkt auf den Signalweg Plasmin–Keratinozyt–Melanozyt
- reduziert die Melanogenese und die vaskuläre Komponente [9,10]
- Azelainsäure
- gute Alternative bei HQ-Unverträglichkeit [8]
Diese Phase ist entscheidend, wenn wir Rezidive begrenzen wollen.
- Behandlungen – als Unterstützung, nicht als Grundlage
Technologien können sehr hilfreich sein, aber nur, wenn sie richtig ausgewählt werden.
Am häufigsten eingesetzt:
- Q-switched Nd:YAG 1064 nm (Low Fluence)
- Pikosekunden- und Alexandritlaser
- fraktionierte CO₂-Laser
- IPL
- Mikroneedling, Mesotherapie + Wirkstoffe
- Peelings (insbesondere Glykolsäure) [11–15]
Aber ACHTUNG – das ist sehr wichtig:
Zu aggressive Behandlungen können Melasma verschlimmern
- starke Peelings
- hohe Laserenergie
- übermäßige Reizung, Entzündung
denn sie können führen zu:
- postinflammatorischer Hyperpigmentierung
- Rezidiven
Deshalb gilt bei Melasma immer der Grundsatz:wirksam, aber schonend behandeln [5,11,12].
Warum wirkt die Kombinationsbehandlung am besten?
Weil jede Methode auf einen anderen Aspekt der Erkrankung wirkt:
- Lichtschutz → beseitigt den auslösenden Reiz
- topische Behandlung → hemmt Melanozyten und Entzündung
- systemische Therapie, Ernährung → beeinflusst biochemische und vaskuläre Signalwege
- Behandlungen → unterstützen die Entfernung des Pigments
Erst ihre Kombination führt zu wirksamen und dauerhaften Ergebnissen.
Wissenschaftliche Studien zeigen eindeutig,dass Kombinationsbehandlungen wirksamer sind als eine Monotherapie [5–10].
Praktisches Fazit
Melasma ist kein Pigmentproblem.Es ist ein Problem des Hautmilieus.
Deshalb gilt:
- „Aufhellen“ allein reicht nicht
- man muss das Gleichgewicht der Haut wiederherstellen
Werden Sie Expertin bzw. Experte für Melasma-Therapie
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- wie Sie Behandlungen und Wirkstoffe passend zum Typ der Pigmentflecken und zum Hauttyp auswählen
- welche Wirkstoffkonzentrationen wirksam sind
- welche Behandlungsprotokolle anzuwenden sind
- wann Behandlungen sinnvoll sind und wann man sie vermeiden sollte
- wie Sie die Therapie so führen, dass sie wirkt und keine Rezidive verursacht
- welche zusätzlichen Behandlungen die Geweberegeneration unterstützen
Denn Wirksamkeit bei Melasma ist keine Frage einer einzigen Methode.Sie ist eine Frage der Strategie der Therapeutin bzw. des Therapeuten.
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Małgorzata Kowza-Dzwonkowska
Universitätsdozentin, Kosmetologin, Ernährungsberaterin, Therapeutin, biomedizinische Chemikerin
Literatur
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